Ein Leben zwischen ROCKZ und dem üblichen Chaos

Im folgenden Blog erfahrt ihr einiges über meine Person und was so im Leben eines Studenten alles passiert. Halt alles zwischen "ROCKZ und dem üblichen Chaos"! :D
Natürlich erwartet euch hier auch so manch Witziges oder Kurioses.
Und jede Menge Wissenswertes über ROCKZ und ganz besonders ROCKZ.FM wird auch auf euch zukommen! :musik

That's fucking life ... M)

Giganten der Musikgeschichte: U2 - ein Rückblick und ein Ausblick (Teil 1)

Zweifelsohne gehört die irische Rockband U2 zu den Megastars und ihr Frontmann Bono zu den schillernsten und einflussreichsten Gestalten im Musik-Business. Mit Songs wie Beautiful Day, With or Without You oder I Still Haven't Found What I'm Looking For - übrigens allesamt Nr.1-Hits - haben sie sich schon zu Lebzeiten ein Denkmal gesetzt. Was macht diese Band so erfolgreich?! Und wird auch ihr aktuelles Album No Line on the Horizon einer solchen Band gerecht?!
Das Album: Auf jeden Fall ein Charterfolg
Wenn man sich die Album-Charts der internationalen Plattenmärkte anguckt, dann gibt es auf diese Frage nur eine einzige Antwort: Ja, auf jeden Fall!
Die Chartplatzierungen von No Line on the Horizon im Einzelnen:
Deutschland: Platz 1, Österreich: Platz 1, Schweiz: Platz 1, United Kingdom: Platz 1 und USA (ihr dürft mal raten! ;)): Platz 1!
Doch das war bei einem U2-Album fast schon abzusehen, schließlich gelang dieses Kunststück auch schon mit den Alben The Joshua Tree (1987), Rattle and Hum (1988), Zooropa (1993), Pop (1997) und How to Dismantle an Atomic Bomb (2004).
Einzig die Alben All That You Can’t Leave Behind aus dem Jahr 2000 (mit einem Platz 2 in der Schweiz und einem Platz 3 in den US-Charts - der Rest wieder Platz 1 M)) und Achtung Baby aus dem Jahr 1991 (lediglich Platz 1 in den US-Charts, sonstige Chartplatzierungen zwischen Platz 2 und Platz 11) konnten dieses Kunststück nicht vollbringen.
Warum gerade Achtung Baby, welches größtenteils in Deutschland entstand und einen deutschen Titel trägt, als einziges Album sich nicht bei uns auf Platz 1 (es reichte nur für Platz 11) setzen konnte, bleibt definitiv ein Rätsel. Besonders weil auf diesem Album so geniale Titel wie Even Better Than the Real Thing, One (welches später von der Country-Legende Johny Cash gecovert wurde) und Mysterious Ways veröffentlicht wurden. :schulterzuck

Auch Live die Megastars schlechthin - Rekordbrechende Tourneen
Doch nicht nur mit ihren Chartplatzierungen setzt die Band um Frontmann Bono Maßstäbe:
Auch ihre Touren sind ein Garant für Erfolg - in den letzten Jahren war die Elevation-Tour und später die Vertigo-Tour (333 Millionen Dollar eingespielt) die jeweils erfolgreichsten Tourneen der Musikgeschichte und wurden danach jeweils immer wieder allein von einer Band überholt - den legendären Rolling Stones. Diese halten mit Einnahmen von über einer halben Milliarde Dollar für ihre A Bigger Bang-Tour auch noch den aktuellen Rekord. Doch man darf gespannt sein für wie lange, schließlich begann im Juni 2009 die 360°-Tour der Iren, die noch bis Oktober 2010 andauern soll.
(Mal zum Vergleich: die erfolgreichste Sängerin der Welt, Madonna, erwirtschaftete mit ihrer Confessions-Tour "nur" 193 Millionen Dollar.)

Ein solcher Erfolg hat eine zwangsläufige Folge: Preise über Preise
Das die Band nach solchen Erfolgstouren in neuem Millenium vom renommierten Musikmagazin Rolling Stone Ende 2009 zu einer von acht Künstlern des Jahrzehnts ernannt wurden, verwundert da eigentlich kaum. Doch war dies nur eine der letzten Auszeichnungen, aber noch lange nicht die Einzige.
In den Regalen der Band befinden sich inzwischen 22 (!) Grammys, 7 Brit-Awards, 8 MTV-Awards, 1 Golden Globe u.v.m.
2005 wurden sie in die Rock'n'Roll Hall of Fame aufgenommen.
Sie wurden von Portugal, Irland und Amnesty International für ihr humanitäres Engagement ausgezeichnet - sie spielten unter anderem beim legendären Live Aid-Konzert 1985 und die neue Version dieses Konzertes ("Live 8") wurde von Bono im Jahr 2005 mitorganisiert.
Ganz nebenbei waren sie im Jahr 2003 noch für den Oscar nominiert und die Titelsongs zu den Filmen James Bond - Goldeneye, Batman Forever und Mission Impossible stammten aus den Händen der Band oder einzelner Bandmitglieder.

Bono: Ein Frontmann der besonderen Sorte
Ein Großteil dieses immensen Erfolges verdankt die gesamte Band wohl auch ihrem charismatischen Frontmann Bono, wie jedes Mitglied der Band gläubiger Christ. Er ist das Gesicht, was man sofort mit U2 verbindet. Und es gibt wohl keinen Künstler auf dieser Welt, der auch bei den politisch Mächtigen soviel Gehör bekommt wie er. Wenn er es wollte, bekam er Gesprächstermine bei Staatspräsidenten oder dem Direktor des Internationalen Währungsfonds. Er war zwischenzeitlich selbst sogar als Präsident der Weltbank im Gespräch.
Er scheute sich nicht den Nordirlandkonflikt in Liedern (Sunday Bloody Sunday) als auch in Interviews zu thematisieren und geriet damit in das Visier der IRA.
Am 1.Januar 1990 widmete Bono ein Konzert in Dublin der Bevölkerung Rumäniens und der DDR, in welchen kurz zuvor die diktatorischen Politsysteme zusammen gebrochen waren, während des Songs Pride mit folgenden Worten:
For the people in Romania and East Germany – sing it. Pride, in the name of love.
Auch deshalb verwundern die Auszeichnungen für Bono allein nicht wirklich - egal ob Echo, der Ritterschlag durch die Queen, Person of the Year, Europäer des Jahres oder Ehrendoktorwürden von Universitäten.
Wen mag es da noch überraschen, dass Bono der einzige Mensch überhaupt ist, der für Oscar, Golden Globe, Grammy und Friedensnobelpreis nominiert war.

Bono und U2 haben Maßstäbe gesetzt - auch mit ihrem aktuellen Album?!
Diese Frage wird dann in Teil 2 beantwortet werden. Dann erfolgt die intensive Beschäftigung mit dem aktuellen Album, eine Bewertung des Ganzen und eine Einordnung in das musikalische Gesamtwerk der irischen Rocker. Auch könnt ihr dann im zweiten Teil lesen, warum U2 so erfolgreich ist.

Quellen:
Wikipedia-Artikel über U2, Bono, Rolling Stones, Madonna und einzelne U2-Alben (War,The Joshua Tree, Achtung Baby, All That You Can't Leave Behind)
Wikipedia-Artikel über Live Aid und Live 8
ORF.at über Madonna-Tournee
Bild: U2 auf Vertigo-Tour 2005  in New York [Zachary Gillman@Wikimedia Commons]


4.67 mit 9 Stimmen *****

U2, Musik, Band, Album, Rock 19.02.2010 - 2 Abonnenten - 203 mal gelesen

Kommentare:

estha schrieb:

25.02.2010

yay, ein Artikel über U2- ich bin begeistert.

kleiner Fehler: Der Bassist Adam Clayton ist im Gegensatz zu den anderen Mitgliedern KEIN gläubiger Christ, was manchmal zu Problemen innerhalb der Band geführt hat. Er ist ein wenig der Bad- und Playboy der Band ;) 

ansonsten - ich bin gespannt auf Teil 2 :)
Desp schrieb:

25.02.2010

Adam Clayton war nicht Mitglied in dieser religiösen Gruppierung - aber heißt das automatisch das er kein gläubiger Christ ist?! ;)
Aber du hast Recht, es gibt keine eindeutigen Beweise dafür noch dagegen.
Ich würde aber mal vermuten, dass man nicht jahrelang als Bandmanager einer solchen Band fungieren könnte, wenn man absolut ungläubig ist und sich mit den christlichen Motiven in den Texten null identifizieren könnte. =)
estha schrieb:

25.02.2010

Als Fan informiert man sich ja :D und ich hab das in einer Reportage gehört. War diese Reihe ONE mit Markus Kavka auf Kabel1.

Nach kurzer Recherche sagt die englische Wiki- Seite
In 1981, around the time of U2's second, spiritually charged album, October, a rift was created in the band between Clayton and McGuinness, and the three other band members. Bono, The Edge, and Mullen had joined a Christian group, and were questioning the compatibility of rock music with their spirituality. However, Clayton, with his more ambiguous religious views, was less concerned, and so was more of an outsider(...)
Abgesehn davon gabs ja diesen netten kleinen Drogenausfall + Alkoholabhängigkeit, die dazu führte, dass er einen Gig verpasste und daaaaann auf Entzug gegangen ist. (Ist den anderen Bandmitgliedern zB nicht passiert ;) )Seitdem ist Adam wieder oben auf ;) und ich denke mal, dass er die "christlichen Botschaften" in den Songs toleriert, weil sie recht moderat sind. :)
Caisen schrieb:

26.02.2010

Gut recherchierter Artikel (=
allerdings hasse ich U2 :p , weil sie quasi überall als Musterbeispiel vorgeführt werden und weil ich die Musik nicht gut finde^^
Desp schrieb:

26.02.2010

Das ist ja das schöne an Musik ... jeder hat nen anderen Geschmack. ;)
Aber man muß schon zu geben, dass diese Gleichsetzung mit Heiligen schon irritierend wirken kann - ist ja auch einer der Hauptkritikpunkte an der Band bzw. besonders an Bono.
Desp schrieb:

26.02.2010

Meine Meinung isses zwar nicht, weil ich U2 genial finde - aber ich kann die Argumentation auf jeden Fall nachvollziehen. ;)
CaptainNuss schrieb:

26.02.2010

U2 ist Geil. Aber.. hast du keine Hobbys??
guitar90 schrieb:

27.02.2010

Guter Artikel!
Die 360° Tour wird aber höchstwahrscheinlich nicht die Einnahmen der Vertigo-Tour  (und schon garnicht die der Rolling Stones Tour) toppen können, da die 360° Tour aufwendigste und teuerste aller Zeiten ist. MC Guinness sprach von täglichen Kosten von ca. 500.000 US-Dollar – egal ob an dem Tag gespielt wird oder nicht. Da werden sich die Einnahmen mit Sicherheit nicht auf mehr als 300 Millionen belaufen, was ja eigentlich auch egal ist; hauptsache die Tour ist geil!
Dass U2 überall als Musterbeispiel vorgeführt werden, ist meiner Meinung nach Quatsch.  Wie oft läuft denn heute noch ein U2-Video auf MTV ? Besonders oft ist das nicht der Fall. Es ist vielleicht lediglich so, dass  Bands wie Coldplay, The Killers, Snow Patrol und wie sie alle heißen sich an  U2 als Vorbildern orientieren und sich weiterentwickeln – und dass ist doch auch gut so!  U2 selber haben sich in ihrer Jugend auch an „Musterbeispielen“ wie den Stones und Led Zeppelin orientiert.  
Das „Gutmenschen-Klischee“ ist hauptsächlich auf Bono zurück zu führen: Bono ist immer der, der sich in den Vordergrund schiebt und sich beispielsweise gegen den Willen der anderen Bandmitglieder 2002 mit Bush getroffen hat … aber selbst das hat ja im Laufe der Zeit (vor allem in letzter Zeit) abgenommen. Dass da größere Spendengelder nach Afrika fließen hält mich jetzt nicht grade davon ab, U2 Fan zu sein^^ ;) und noch lange nicht alles was U2 für humanitäre Zwecke tun gelangt an die Öffentlichkeit, das sollte man dabei im Hinterkopf behalten. Bono muss halt nur aufpassen, dass er es nicht übertreibt und das hat er im Laufe der letzten Jahre gelernt…
Und dieser heiligen Status - das stinkt denen ja teilweise sogar selber… dafür sind die Medien auch eher verantwortlich. Wer sich zum Beispiel näher mit den Biographien von Edge, Larry und Adam auseinandersetzt wird erfahren, dass die eigentlich ziemlich bescheiden und zurückhaltend sind, nur Bono ist da wie gesagt eine Ausnahme, aber grade das mach ja auch einen Frontmann aus. :D
Mav schrieb:

27.02.2010

"Und dieser heiligen Status - das stinkt denen ja teilweise sogar selber… dafür sind die Medien auch eher verantwortlich."

als hätten die bei dir keinen heiligen-status :P

"MC Guinness sprach von täglichen Kosten von ca. 500.000 US-Dollar – egal ob an dem Tag gespielt wird oder nicht. Da werden sich die Einnahmen mit Sicherheit nicht auf mehr als 300 Millionen belaufen"

hä ?
Was haben die Einnahmen mit den täglichen Kosten zutun ?
Du meinst wohl, dass der Gewinn den U2 erzielt nicht über 300 Mio steigt, aber Einnahmen und Gewinn ist was völlig verschiedenes
guitar90 schrieb:

28.02.2010

Dass die Fans die verehren ist doch vollkommen normal. Was ich meine ist der Medienrummel der da immer gemacht wird – das geht denen teilweise selber aufn Sack. Die Medien verkaufen U2 immer völlig übertrieben als Missionare und als Christen-Band…dabei spielen Religion und Armutsbekämpfung in den neueren Texten kaum noch eine Rolle.

hä ? Was haben die Einnahmen mit den täglichen Kosten zutun ?
Du meinst wohl, dass der Gewinn den U2 erzielt nicht über 300 Mio steigt, aber Einnahmen und Gewinn ist was völlig verschiedenes
Wenn wir’s ganz genau nehmen müssten wir sogar erst einmal „Umsatz“ sagen, da auch U2 Steuern bezahlen müssen. Das was dann übrig bleibt ist der Gewinn (Nettoeinnahmen).
Aber klar, du hast da schon recht – Einahmen und Gewinn sind was völlig verschiedenes... das hab ich oben schlecht geschrieben...